72/21 - Scham und Schuld

Es fällt auf, dass
- in den Behandlungen, in den Lebensgeschichten der PatientInnen,
- in den (beruflichen wie privaten) Lebensgeschichten und Zeitläufen der KollegInnen und
- im Zusammenspiel zwischen den beiden Bereichen das Thema „Scham und Schuld“ immer wieder ausgespart, nicht zum erlebbaren Thema gemacht wurde.
Damit gehen viele Gelegenheiten, den Heilungsfortschritt, die Entwicklung von Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Identität auf beiden Seiten voranzutreiben, verloren. Das ist insofern problematisch, als Scham (und Schuld) sowohl unsere individuelle als auch kollektive Entwicklung während des gesamten Lebens formt und reguliert. Sogar die Beziehung zwischen den Generationen unterliegt ihrem Einfluss.

Zu diesem vielschichtigen Thema wird ein mehrstufiger Zugang erarbeitet:
1. Die Klärung des Begriffs „Scham“
Was ist Scham und ihre Unterscheidung mit anderen grundlegenden Gefühlen wie etwa Schuld, Freude, Trauer, Wut, Liebe, Hass?

2. Der entwicklungspsychologische Schritt
Wie entsteht Scham und welche Rolle spielt sie in der Entwicklung unserer Persönlichkeit und unserer sozialen Fähigkeiten? Welche tiefenpsychologisch-psychodynamischen, bindungs- und affektheoretischen Modelle können zur Erklärung herangezogen werden?

3. Schamsituationen und Schamkonflikte im (klinischen) Alltag
Wie sind Schamsituationen und -konflikte zu beschreiben und welche ihrer Funktionen tragen zum Gelingen menschlichen Zusammenlebens bei? Wie können Schamreaktionen „aus dem Ruder laufen“ und das menschliche Zusammenleben stören?

Themen und Inhalte

- Begriffsklärungen
- Entwicklungspsychologische Aspekte
- Unterschiedliche Modelle aus der Psychologie
- Praktische Erfahrungen und Konflikte mit Scham und Schuld
- Ansätze der Selbsterfahrung



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