52/21 - Affektsensible Pflege in der Psychiatrie

Emotionale Co-Regulation bei schweren Störungen des Selbst

In diesem Seminar erarbeiten wir ein grundlegendes Verständnis der psychologischen Tiefenstruktur des Menschen. Früh erworbene somato-psychische Prägungen entscheiden lebenslang darüber, wie gut wir uns selbst verstehen und regulieren können, wie gut wir uns in andere einfühlen und mit diesen kommunizieren können und wie wir mit den unvermeidlichen Belastungen und Veränderungen in unserem Leben zurechtkommen – oder auch nicht.

Stabil entwickelte Funktionen des Selbst sind die „Säulen psychischer Gesundheit“ (H. Kohut). Entwicklungsbedingte Brüche und Verwerfungen auf dieser fundamentalen Ebene der Persönlichkeit können zu schweren Psychopathologien, insbesondere im Bereich emotionaler Selbstregulation und dysfunktionaler Beziehungsgestaltung führen.

Viele psychiatrische Krankheitsbilder lassen sich unter dem Gesichtspunkt gestörter Selbst-Funktionen betrachten. Diese Perspektive kann das Verständnis von Menschen, die von solchen Störungen betroffen sind, erweitern und die Handlungskompetenz der Helfer bereichern.

Affektsensible Beziehungsgestaltung bedeutet, die emotionalen Selbst-Zustände, die psychopathologischem Erleben und Verhalten zugrunde liegen, zu erkennen, einzuordnen und co-regulativ damit umzugehen.

Themen und Inhalte

- Die frühe Entwicklung des Selbst und seiner Funktionen
- Selbstwertregulation – ein menschliches Grundbedürfnis
- Fragmentierung des Selbst (Psychosen)
- Verlust zentraler Antriebs- und Motivationsfunktionen des Selbst (depressive Störungen)
- Mangel an spannungsregulierender Selbst-Struktur (Angst- und Panikstörungen)
- Desintegration von Körperteilen und -funktionen (Somatisierungsstörungen/Hypochondrie)
- Störungen der Affektregulation und entlastende Projektion von Selbstanteilen (Persönlichkeitsstörungen)

Hinweis

Die TeilnehmerInnen an diesem Seminar sollten über einige Jahre Psychiatrieerfahrung verfügen.



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