103/20 - Leistungssensible Therapie der Abhängigkeitserkrankung

Rückfallprävention und Entstigmatisierung

Leistungssensible Suchttherapie (LST) ist ein evidenzbasiertes manualisiertes Kurzinterventionsmodul zur Ergänzung von qualifizierten Entzugs- und Entwöhnungsbehandlungen sowie ambulanten Therapien. Der Schwerpunkt liegt auf einer Haltungsänderung gegenüber der Abhängigkeitserkrankung, die zu signifikant weniger Rückfällen führt.
Diese Haltungsänderung ermöglicht es, Stigmatisierung vorzubeugen und entgegenzuwirken. Sie befördert positive Emotionen wie Stolz und gegenseitigen Respekt in Bezug auf den langen und mühsamen Suchtausstiegsprozess. Betroffene und Angehörige können sich als Leistungserbringer im Umgang mit einer chronischen Erkrankung würdigen und mit Krisen adäquat umgehen. Dies führt zu einer konstruktiven Haltung gegenüber der eigenen Suchterkrankung und einer tendenziell höheren Emotionstoleranz. Darauf wird der signifikante rückfallreduzierende Effekt der LST zurückgeführt. Selbst in der 3-Monats-Katamnese weist die LST- Gruppe signifikant weniger Konsumtage auf als die Kontrollgruppe. Zudem gelingt die Kommunikation nach Konsumereignissen zwischen Betroffenen und Angehörigen signifikant häufiger.

Diese Fortbildung soll Fachpersonen aus dem Arbeitsfeld Sucht die Leistungssensible Suchttherapie und die leistungssensible Haltung vermitteln. Die Teilnehmer sind anschließend in der Lage, selbständig das Manual zu den drei Gruppensitzungen in ihrem jeweiligen Setting umzusetzen oder auf ihr jeweiliges Setting anzupassen. Der Kurs ist auf vielfältige Übungen mit Praxisbezug aufgebaut und wird ergänzt durch theoretische Inputs. Interdisziplinärer Austausch und Beispiele sowie Erfahrungen der Teilnehmenden erhalten ihren Platz.

Themen und Inhalte

- Stigmatisierung und Entstigmatisierung
- Sucht und Scham
- Haltung gegenüber der Suchterkrankung
- Haltung und Ehrlichkeit
- Einbezug der Angehörigen



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