96/18 - Psychotherapeutische Interventionen bei psychotischen Patienten im stationären Alltag

Die psychotische Erkrankung ist bekanntermaßen multifaktoriell bedingt. Genetische Faktoren, zwischenmenschliche Probleme und Belastungssituationen sowie innerpsychische Konflikte tragen zur Entstehung bei.
Nach psychoanalytischer Auffassung stellt das Misslingen der Nähe-Distanz-Regulation das Kernproblem des schizophrenen Menschen dar. Er schwankt zwischen dem Wunsch nach Symbiose und der Flucht davor aus Angst vor Identitätsverlust. Das heißt: Die mangelhafte Ausbildung der basalen Fähigkeit, in einen lebendigen Austausch mit Mitmenschen zu treten, sich zu öffnen und etwas annehmen zu können sowie sich gleichzeitig abzugrenzen und das Gefühl für das eigene Selbst zu bewahren, bedingt dieses innerseelische Dilemma. Entsprechend kann man die psychotische Symptomatik als eine Form von Krisenbewältigung verstehen.
Die tiefenpsychologisch orientierte Behandlungstechnik bei Psychosen verfolgt das Ziel, dieses widersprüchliche Beziehungsmuster zu verstehen und zu verändern.

Anhand von Fallbeispielen der Teilnehmer soll die Technik des psychotherapeutischen Umgangs mit dieser Patientengruppe erörtert und diskutiert werden.

Hinweis

Für diese Veranstaltung werden Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) beantragt.

Die Unterrichtseinheiten dieses Seminars können nach der Weiterbildungsordnung für die Ärzte in Bayern für den Erwerb der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ angerechnet werden auf die geforderten 120 Stunden theoretische Weiterbildung.



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