110/18 - Psychisch krank und suchtkrank

Komorbidität von psychischen Erkrankungen und Sucht

Obwohl die Komorbiditätsraten ständig steigen, besteht weiterhin eine Trennung zwischen der Behandlung von "Suchtpatienten" und sog. "psychiatrischen" Patienten. Gerade junge KlientInnen mit psychotischen und depressiven Störungen und Sucht stellen das gesamte Betreuungssystem vor große Herausforderungen. Sie gelten als teuer, uneinsichtig, non-compliant und frustrieren die Behandler. So fallen sie leicht in die Lücke der Versorgung: Angebote im Bereich der Psychiatrie sehen in einer Suchterkrankung ein Ausschlusskriterium, Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe wiederum lehnen KlientInnen mit psychiatrischen Diagnosen ab.
Unterschiedliche Abhängigkeiten bestehen neben psychotischer und depressiver Störung, oft kombiniert mit körperlicher Behinderung, sozialer Entwurzelung und Wohnungslosigkeit. Die Behandelnden müssen daher ganz individuelle Verläufe von Erkrankungen berücksichtigen. Insbesondere sollte aber das Ziel der Behandlung nicht die Abstinenzforderung, sondern die Abstinenzförderung sein.

In diesem Kurs sollen praktische Aspekte der medizinischen und sozialpsychiatrischen Versorgung dargestellt und diskutiert werden. Schwerpunkt ist die Vorstellung und Erklärung des integrativen Behandlungskonzeptes bei Komorbidität mit Rückfallprävention (u.a. Skillgruppen), der sog. MORA (Motivation-Reflexion-Aktion) sowie Psychoedukation. In Fallbesprechungen können die TeilnehmerInnen die große klinische Erfahrung der Referentin im Umgang mit dieser Personengruppe nutzen, um eigene Behandlungsabläufe zu bearbeiten.

Hinweis

Die KursteilnehmerInnen werden gebeten, aktuelle eigene Behandlungsfälle mitzubringen und vorzustellen.

Für diese Veranstaltung werden Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) beantragt.

Die Unterrichtseinheiten dieses Seminars können nach der Weiterbildungsordnung für die Ärzte in Bayern für den Erwerb der Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ angerechnet werden auf die geforderten 120 Stunden theoretische Weiterbildung.



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